Der Gesang der Fledermäuse

Deutschsprachige Übersetzung

Der Roman erschien in deutscher Übersetzung von Doreen Daume zuerst im Jahr 2011 im Schöffling Verlag. „Der Gesang der Fledermäuse“ wurde durchaus positiv rezipiert und ist in einigen deutschsprachigen Literaturfeuilletons besprochen worden. Insbesondere die Themenvielfalt und Verbindung von Krimi/Thriller als Genre, sowie dem äußerst aktuellen Eco-Criticism, werden immer wieder betont. 2019 erschien eine Neuauflage des Romans im Kampa Verlag; 2022 auch im Taschenbuchformat.

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist cover
Cover Schöffling Verlag, 2011.
Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist cover
Hardcover Kampa, 2019.
Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist cover-15003_1_tokarczuk_fledermaeuse_u1_print.tif
Taschenbuch Kampa, 2022.

Pressestimmen zum Roman

Der Gesang der Fledermäuse (betitelt nach einem Gedicht von William Blake) wurde unter Zuordnung verschiedenster Genres besprochen. Mal wird der Roman als Krimi oder Thriller mit dem Zusatz Öko-, oder aber als „feminist faire-tale“ (Berlinale 2017) bezeichnet. Diese scheinbare Uneinigkeit der Zuordnung passt gut zu den bisherigen Veröffentlichungen von Olga Tokarczuk, die sich vielmehr Themen und Motiven widmet, als ein bestimmtes Genre zu bedienen. Das Innere ihrer Romanfiguren oder gesellschaftliche Diskurse bilden den Kern ihrer Geschichten. Der Gesang der Fledermäuse behandelt die oben genannten Themen auf – wie oft bemerkt – humorvolle Weise, ohne dabei deren Ernsthaftigkeit aus den Augen zu verlieren.

Olga Tokarczuk jongliert meisterhaft mit den Genres, kombiniert Elemente des Kriminalromans mit philosophischen Passagen und dem faszinierenden Psychogramm einer Frau, die nicht verstehen mag, warum Menschen sich über die Natur stellen. (ZEIT, 17.12.2019)

Im Artikel der taz geht es vorwiegend um die Themen Natur- und Tierschutz, die für die Protagonistin Janina Duszejko zentral sind. Allerdings wird auch auf ihre Hobbys eingegangen, die den Bezug zu Dichter William Blake verdeutlichen.

Die Polizei und ein Teil der Dorfbewohner halten sie für verrückt, umso mehr, als sie ihre Theorie mit astrologischen Beweisführungen unterfüttert. Andere halten zu ihr: Ein ehemaliger Schüler etwa, mit dem sie Werke William Blakes übersetzt. Ein Entomologe, der eines Tages zum Käferzählen im Wald auftaucht und für ein paar Wochen bei der Erzählerin einzieht. (taz, 20.01.2020)

Auch Janina Duszejko lässt die Leser:innen zunächst mit vielen Fragezeichen zurück, wie Carsten Heck in seiner Besprechung zusammenfasst:

Olga Tokarczuk lässt den Leser lange im Ungewissen, ob ihre Erzählerin nun eine Irre, eine militante Tierschützerin oder zivilisationsmüde Prophetin, eine esoterische Aussteigerin oder bloß eine vom Schicksal Geschlagene ist. Die Begegnungen mit der verstorbenen Mutter, die Erinnerung an die Schritte ihrer „Kleinen“ [Duszejkos Hündinnen] auf der Treppe ziehen sich leitmotivisch durch den Text, ebenso Zitate Blakes. Die Autorin entwirft (wieder einmal) einen Kosmos, in dem nichts profan ist, alles in allem lebt und nichts zufällig geschieht. Dabei verbindet sie Reales mit Mythischem, Rationales und Phantastisches. Es ist eine religiöse Lebens- und Weltauffassung, die den Roman trägt, ein christlicher Gott allerdings kommt nicht darin vor. Vielmehr eine archaische, zornige Rächerin der Unterwelt: Janina. (Deutschlandfunk Kultur, 11.08.2011)

Intermedialität

Verfilmung „Pokot“ (2017)

Regie: Agnieszka Holland
Drehbuch: Olga Tokarczuk, Agnieszka Holland, nach dem Roman „Prowadź swój pług przez kości umarłych“.
Dauer: 128 min.
Mit:

  • Agnieszka Mandat
  • Wiktor Zborowski 
  • Miroslav Krobot 
  • Jakub Gierszał 
  • Patricia Volny  

Quelle: Berlinale 2017


Trailer zu „Pokot“ (2017)

Inszenierung „Drive Your Plow over the Bones of the Dead“ (2023)


Ensemble: Complicité, London
Regie: Simon McBurney
Dramaturgie: Sian Ejiwunmi-Le Berre und Laurence Cook
Mit:

  • Thomas Arnold
  • Nigel Barrett
  • Gemma Brockis
  • Johannes Flaschberger
  • Amanda Hadingue
  • Kïren Kebaïli-Dwyer
  • Weronika Maria
  • Toby Sedgwick
  • Sophie Steer
  • Alexander Uzoka

Besprechung: Gastspiel Thalia Theater, Hamburg im Oktober 2023.

Trailer zur Inszenierung „Drive Your Plow over the Bones of the Dead“ (2023)

Dossier: Franziska Günther